Bühne mit Stehtischen mit 8 Menschen, davor der Raum gefüllt mit Tischen und Menschen auf Stühlen, die auf die Bühne schauen.

Großer Andrang beim Wahlcafe im Anne-Frank-Haus

24. Februar 2026

Von

Über 70 Jugendliche waren am Mittwoch, den 11. Februar ins Anne-Frank-Haus gekommen, um sich persönlich die Standpunkte einzelner Mitglieder von sieben Parteien, die sich zur Landtagswahl stellen, anzuhören. Sie konnten dabei über die digitale Plattform Slido ihre eigenen Themen vorschlagen. Wohnungsnot und Wehrpflicht, Recht auf Abtreibung, Antisemitismus, die Debatte ums Stadtbild sowie der Rechtsruck in der Gesellschaft gehörten zu den Fragen, die in jeweils maximaler Redezeit von zwei Minuten beantwortet wurden. 

Eingeladen zum Wahlcafe hatte der stja gemeinsam mit dem Ring politischer Jugend Karlsruhe und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Im voll belegten Saal des Anne-Frank-Haus lauschten die Jugendlichen aufmerksam der kurzen Vorstellungsrunde von Rouven Stolz (AFD), Robin Schuster (CDU), Moritz Gimpel-Henning (Grüne), Grünen-Kandidat Benjamin Bauer musste die Teilnahme krankheitsbedingt absagen, ebenso wie Neo James Caspian Langner (Volt), Adrian Keller (SPD), Sean Braun von Stumm (FDP), Rocco Jörger (Linke) und Rena Thormann (Freie Wähler). Fragen sowie Themen konnten von den Anwesenden auch gerankt werden und wurden dann von Moderator Lucca Kahlfeld ausgewählt. 

Ob Bahnfahrten für Jugendliche kostenlos werden sollen, wie mit künstlicher Intelligenz im Bildungssystem oder in der EU umzugehen sei, wie die Rechte von queeren Menschen gestärkt werden könnten und wie mit psychischen Problemen junger Leute umzugehen sei, waren Fragen, die im Forum aufpoppten. Nicht alle konnten gestellt und behandelt werden. In den Äußerungen wurden die Positionen schnell deutlich, der Ton blieb sachlich, wofür auch die gedrückte Tröte bei der kleinsten Entgleisung oder nicht Einhaltung der Regeln sorgte. Gute Bildung und bessere Beratung sei nötig, da waren sich die meisten einig. 

Von Mietpreisbremse bis Bürokratieabbau oder Azubiwohnheime reichten die Vorschläge aus dem Podium, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Ein freiwilliges „Deutschlandjahr“ (Wehrpflicht oder Sozialdienst) wurde vorgeschlagen, ebenso wie kostenloser ÖPNV. Die Forderung nach einem Verbot der AFD wurde auf dem Podium kontrovers diskutiert. In der Pause konnte das Publikum über den Fortgang der Veranstaltung abstimmen und entschied mehrheitlich für den „Hot Chair“. Dabei wurden aus den Kandidaten per Los zwei Gruppen gebildet, die jeweils 15 Minuten untereinander weitere heiße Eisen diskutierten. Gesprächsbedarf gab es jedenfalls reichlich und Interesse auch! 

zurück zu »Angebote«