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Prävention gegen sexualisierte Gewalt

von 1. Juli 2020

In der BNN wurde vom Prozessbeginn eines ehemaligen Jugendtrainers, der zwischen 2007 und 2018, im Raum Freiburg und Karlsruhe – darunter auch in einem Karlsruhe Profifussballklub – tätig war und für das Vergehen an Jungen in mindestens 21 Fällen angeklagt wurde. Der STJA hat mit der Fachstelle „Kein Missbrauch!“ folgende Medien-Mitteilung veröffentlicht:

Zahlreiche Sportvereine haben sich in den letzten Jahren auf den Weg gemacht, den Kinderschutz voran zu bringen, aktiv Haltung zu beziehen und zu handeln. Es gibt bereits über 100 geschulte Ansprechpersonen für sexualisierte Gewalt in den Vereinen und Verbänden der Sportkreisjugend und des Stadtjugendausschuss e. V. (stja). Sie wurden dafür von der Fachstelle „Kein Missbrauch!“ beider Institutionen qualifiziert. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, betont Jessica Roth von der Fachstelle. Das Benennen von Ansprechpersonen oder die Niederschrift eines Konzeptes sei aber in diesem Zusammenhang nur ein Baustein und noch nicht ausreichend. „Vielmehr gilt es, kontinuierlich am Thema dran zu bleiben“, ergänzt die Mitarbeiterin der Fachstelle. Dazu gehöre auch, Prävention ganzheitlich, über alle Ebenen des Vereins hinweg, zu etablieren, hin zu einer gelebten Kultur der Achtsamkeit.

Der aktuelle Prozess gegen den ehemaligen Trainer eines Profifußballklubs zeigt, mit welchen Strategien Täter oder Täterinnen ihr Umfeld manipulieren und damit lange unentdeckt Kindern und Jugendlichen sexualisierte Gewalt antun können. Ein solches Vorgehen von Tätern ist keinesfalls ungewöhnlich, denn es ist eine gezielte Manipulation des Umfelds der Kinder und Jugendlichen, dessen Vertrauen benötigt wird, um „ungestört“ die Taten begehen zu können. Die Folge: bei einem aufkommenden Verdacht traut niemand dem Täter oder der Täterin eine solche Tat zu. Damit drohen keine oder kaum Konsequenzen.

„Der betroffene Verein hat in diesem Fall jedoch gehandelt und den Trainer freigestellt“, so Jessica Roth. Auch die Erarbeitung eines Schutzkonzepts sei ein erster guter Schritt gewesen. In der Folge brauche es aber ein Bündel an Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen. „Prävention heißt auch zu handeln, bevor etwas passiert“. Am Beginn könne eine Gefährdungsanalyse des Vereins oder des Verbands stehen. Dabei werden Verhaltensmuster, Einstellungen und der gemeinsame Umgang sowie die räumlichen Gegebenheiten vor Ort betrachtet. Es gehe darum zu ermitteln, wo Handlungsbedarf bestehe.

„Prävention funktioniert quasi wie ein Feuermelder“, macht Jack Herbst von der Geschäftsstelle des Stadtjugendausschuss deutlich. Er werde nicht erst angebracht, wenn es brenne, bedeute aber auch noch lange nicht, dass es irgendwann zum Brand komme. Der Feuermelder entdecke aber ein Feuer schnell. „Prävention sensibilisiert in den Vereinen und ist damit ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit“, so Jack Herbst.

Alle Informationen – Ziele, Angebote, Programm, Ansprechpartner*in – zur Fachstelle Kein Missbrauch! unter:  www.kein-missbrauch-ka.de

 



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