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MyCity.MyPlace – die Innenstadt als Lebenswelt gestalten

von Rudi Kloss 13. Januar 2019

Bericht vom öffentlichen Beteiligungsworkshop mit Jugendlichen zur Innenstadtentwicklung am 10. Dezember 2018 im Schloss Karlsruhe.

Wie stellen sich Jugendliche die Innenstadt vor? Was brauchen sie, um sich dort wohl zu fühlen? Wie sollen Plätze gestaltet werden? Welche Raumangebote wünschen sich junge Menschen? Mit dem Projekt „MyCity-MyPlace will der stja Antworten auf diese Fragen finden und junge Menschen dafür begeistern, sich für ihre Interessen einzusetzen. Für den stja ist unverkennbar, dass die Innenstadt als „Lebenswelt“ für viele Schülerinnen und Schüler immer bedeutender wird. Das sehen die Jugendlichen auch so, sie wollen gefragt werden und forderten bei der Karlsruher Jugendkonferenz im März 2018 ihre Beteiligung an der Entwicklung der Innenstadt.

Im Vorfeld des Workshops haben sich bereits rund 400 Jugendliche an einer Online-Umfrage und Befragungen auf der Straße beteiligt und dabei fleißig Ideen gesammelt.

Etwa 40 Jugendliche kamen am späten Nachmittag im Karlsruher Schloss zusammen, um an fünf vorbereiteten Themenschwerpunkten intensiv weiterzuarbeiten: Räume, Bewegung und Sport, öffentliche Plätze, Kultur und Sicherheit. Mit der spontanen Aufnahme des Themas „Nachhaltigkeit“ unterstreichen die Jugendlichen ihr Verantwortungsbewusstsein für ein sozial und ökologisch zukunftsfähiges Karlsruhe.

In der Arbeitsgruppe „Räume“ kristallisierte sich schnell heraus, dass es einen großen Bedarf an „nichtkommerziell“ nutzbaren Räumen gibt, in denen man lernen und arbeiten kann, wo man sich treffen und aktiv sein kann, zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen, Spielen oder einfach um Wartezeiten zu überbrücken. Als kulturelle Bereicherung stellen sich die jungen Leute mehr Kunst im öffentlichen Raum vor, Graffitis in den zukünftigen U-Bahnstationen, jugendgerechte Events und mehr authentische Gastronomie, die Küche und Esskultur vieler Kulturen erlebbar macht. Die Plätze in der Innenstadt sollen in der Vorstellung der Jugendlichen viel grüner werden und somit dem Image Karlsruhes als „grüner Stadt“ neue Impulse verleihen. Außerdem braucht es mehr Sitzgelegenheiten. Was die Sicherheit angeht, sollte an manchen Haltestellen und Plätzen die Beleuchtung verbessert werden. Insbesondere auf dem Europlatz fehlt es an Ordnungskräften. Auch an die Gesundheit dachten die Teilnehmenden und schlugen vor, auf öffentlichen Plätzen Defibrillatoren zu installieren. Passen öffentliche Sportanlagen in die Innenstadt? Aus Sicht der Jugendlichen auf jeden Fall, z.B. mit Calesthenics-Geräten am Kronenplatz, einer Streetballanlage hinter der Postgalerie oder frei zugänglichen Tischtennisplatten. Kreative Ideen kamen auch zur nachhaltigen Entwicklung der Innenstadt aufs Papier: Das achtlose Wegschmeißen von Flaschen könnte durch Jukebox-Sammeleimer für Pfandflaschen eingedämmt werden: Nach Einwurf einer Flasche darf man sich ein Lied wünschen! Generell setzen sich die Teilnehmenden für mehr Mülltrennung in der Innenstadt ein. Technologisch revolutionär ist die Idee des Energy Harvestings: Temperaturunterschiede, Umgebungsbeleuchtung und kleinste Bewegungen der Passanten könnten zur Energiegewinnung gewonnen werden. Wow!

Wie geht’s nun weiter? In Arbeitsgruppen werden die Themen ab Januar 2019 vertieft und bereits an der konkreten Umsetzung gearbeitet. Auf jeden Fall fließen die Ergebnisse in die Lenkungsgruppe zur Innenstadtentwicklung im Rathaus ein!



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