stja in sozialen Netzwerken stja.de Barrierefrei benutzen

stja

News

Juko_2018_Gruppenbild

5. Juko: Konkrete Erfolge und neue Diskussionen

von Marcus Dischinger 5. März 2018

Ein neuer Platz für den Pfadfinderstamm Calapallo, die Problematik um die jährliche Spontan-Abiturfeier im Schlossgarten, ein Bolzplatz in Oberreut oder genderneutrale Toiletten – das sind einige wenige der Themen, die bei der Karlsruher Jugendkonferenz im Rathaus am Marktplatz zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Kommunalpolitikern diskutiert wurden. Die fünfte Auflage der Veranstaltung ist aus Sicht des Stadtjugendausschuss (stja) e. V. ein großer Erfolg gewesen. Und viele Dinge, die von den Jugendlichen in die Konferenz eingebracht wurden, müssen weiter diskutiert werden. Beim JukoCheck am 19. Juli soll überprüft werden, wie weit einzelne Vorhaben gekommen sind.

Finn Hampel vom Arbeitskreis Karlsruher Schülersprecher (AKS) hatte beispielsweise das Anliegen, dass der AKS künftig nicht mehr in die Veranstalterrolle bei der jährlichen Abiparty im Schlossgarten gedrängt werde. Diese Verantwortung könne der AKS strukturell nicht übernehmen, betonte er. Im vergangenen Jahr habe der Arbeitskreis die Kosten in Höhe von 700 Euro, die das Land für die Toiletten verlangt habe, vollständig übernommen. Dafür wolle der AKS aber nicht ein Drittel seines Budgets aufwenden. Bürgermeister Martin Lenz sagte spontan zu, die Stadtverwaltung werde diese Kosten übernommen. Gleichzeitig soll es Gespräche zwischen AKS und dem Ordnungsamt geben, um die Veranstalterrolle zu klären.

Sechs Jugendliche aus Oberreut machten sich stark für ihren Bolzplatz, auf dem sie viele Stunden spielen. Sie wollen Netze in den Toren, am besten einen Zaun um das Gelände herum, Fahrradständer und einen Mülleimer. „Auch eine Bank wäre schön, wo wir unsere Sachen ablegen können“, meinte einer der Jugendlichen. Man würde selber auch bei der Umsetzung des Vorhabens mithelfen und dafür Sorge tragen, dass der Platz aufgeräumt und sauber bleibe. Die anwesenden Stadträtinnen und Stadträte wollen nun mit einer Anfrage an die Stadt klären, ob das Vorhaben umsetzbar ist. Sorgen um seinen angestammten Platz in der Nähe der Haid-und-Neu-Straße bei Rintheim macht sich der Pfadfinderstamm Calapallo. Sollte die Straße von der Autobahn 5 kommend, einst weitergebaut werden, würde dies das Aus für das Wiesenstück bedeuten. Die Politik will die Entwicklung im Auge behalten und notfalls mithelfen, ein neues Grundstück in der Nähe zu finden.

Immer wieder Probleme haben junge Geflüchtete und zwar, wenn sie am Wochenende einen Club oder eine Diskothek besuchen wollen. Vertreter eines Vereins, die mit Geflüchteten gemeinsam Freizeitaktivitäten unternehmen schilderten die Situation, die sich vor den Clubs zum Teil abspielen. Björn Weiße, Leiter des Ordnungsamts, sagte zu, das Gespräch mit den Clubbetreibern zu suchen. „Bestimmte Gruppen nicht einzulassen, das geht in Karlsruhe nicht“, so Weiße. Teilhaben wollen Schülerinnen und Schüler auch an den Diskussionen zur Innenstadt-Entwicklung. So forderte Esra Eroglu vom AKS die Beteiligung an einem Studentenprojekt zur Kaiserstraße-Ost. Vom Wissenschaftsbüro des Stadtmarketings Karlsruhe ist inzwischen eine Zusage für ein Gespräch mit den AKS-Vertreter*innen eingetroffen.

Mit gleich 15 Personen war das queere Jugendzentrum La ViE vertreten. Die Forderung der jungen Menschen: die stärkere Berücksichtigung von genderneutralen Toiletten. „Wir wollen die bisherigen Toiletten nicht ersetzen“, sagte eine Vertreterin der Gruppe. Aber in öffentlichen Gebäuden, in denen sich mehrere Toiletten befänden, könne eine neutrale werden. Die Geschäftsführerin des stja, Elisabeth Peitzmeier sagte zu, dies für die Kinder- und Jugendhäuser prüfen zu wollen. An anderen Stellen wird viel Beharrungsvermögen notwendig sein, um etwas zu erreichen. Heiß diskutiert waren auch die Kosten für die Schoolcard. Jugendliche hatten sich die Mühe gemacht und die Kosten für die verschiedenen Angebote wie Schoolcard, Ausbildungskarte und Studentenkarte analysiert. Kritik gab es vor allem an vergleichsweise hohen Preis für die Schoolcard im Gegensatz zum Studententicket. Die Diskussion mit den Vertretern der Verkehrsbetriebe konnte an diesem Nachmittag allerdings nicht zu Ende geführt werden. Hier müssen weitere Gespräche folgen.



zurück zu »News«